Pfeil und Bogen aus Haselnuss und Schilfrohr einfach selber bauen

Neben einem Tipi brauchen die etwas größeren Indianer natürlich auch Pfeil und Bogen. Wie man ganz schnell und einfach Pfeil und Bogen – aus in unserer Natur verfügbaren Materialen – selber bauen kann, beschreibe ich in diesem Artikel.

Der Bogen aus Haselnuss

Den Bogen bauen wir aus einem Ast eines Haselnusstrauchs. Haselnuss eignet sich besonders gut, da man bei solchen meist lange gerade Äste findet, welche sich gut für einen Bogen eignen. Außerdem sind frische Haselnussäste trotz hoher Stabilität sehr biegsam.

Was man für den Bogen braucht

  • Ast aus Haselnussstrauch
  • Reisfeste Schnur z.B. Paketschnur*
  • kleine Säge

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Geeigneten Haselnussstrauch finden

Zuerst muss sich auf die Suche nach einem geeigneten Haselnussstrauch machen, bei welchem man sich auch einen Ast absägen darf. Hat man nicht selbst Haselnusssträucher im Garten findet man diese oft am Waldrand oder auch an kleinen Waldstückchen in der Nähe von Gewässern.

Hat man einen Strauch gefunden, sucht man sich einen geeigneten Ast aus. Dieser sollte möglichst gerade und einen Durchmesser von etwa 20 bis 25 mm haben (etwas Dicker als ein Daumen). Umso größer der Bogen sein soll, umso dicker muss hier auch der Ast sein. Unsere Bogen haben eine Länge von etwa 100 cm. Da die Äste meist recht lang sind, kann man sich aus einem Ast auch gleich 2 Bogen bauen.

Bogen aus Haselnuss bauen

Hat man sich also für einen Ast entschieden und diesen mit einer kleinen Säge abgesägt, sollte man noch alle Blätter und kleine Nebenäste entfernen. Nun kann man diesen auf die gewünschte Länge zusägen (hier etwa 1m). Anschließend wird oben und unten (etwa 3-5 cm vom Ende) noch eine Kerbe in den Ast gesägt.

  

Danach nehmt ihr die Paketschnur und schneidet diese etwa 10cm länger als den Boden. Nun bindet man diese fest in die Kerbe auf der dickeren Seite des Asts. An das andere Ende macht man eine Schlaufe, die gerade noch gut über den Ast passt.

Nun muss der Bogen nur noch gespannt werden. Dazu drückt ihr einfach den Ast so fest auf den Boden, dass er sich soweit zusammen biegt, damit man die Schlauf über den Ast bekommt. Dies könnt ihr auch im kurzen kurzen Video sehen.

Fertig ist der Bogen – war gar nicht so schwer, oder?

Die Pfeile aus Schilfrohr

Die Pfeile fertigen wir aus Schilfrohr. Trockenes Schilf eignet sich besonders gut auf Grund seiner Leichtigkeit und der deshalb guten Flugeigenschaft. Außerdem sind die Pfeile auch relativ ungefährlich.

Was man für die Pfeile braucht

  • Trockenes Schilfrohr
  • Korken
  • Messer
  • Evtl. kleinen Bohrer oder Schraubenzieher

Wo findet man geeignetes Schilfrohr für die Pfeile

Schilfrohr findet man eigentlich überall in der Nähe von Gewässern (Flüssen, Bächen und Seen). Dabei ist es wichtig, dass dieses möglichst welk, trocken und stabil ist. Am besten findet man dies im Frühling bevor das neue grüne Jungschilf heranwächst. Älteres, welkes Schilf findet man aber auch ganzjährig am Gewässerrand. Bei älterem Schilf muss man jedoch darauf achten, dass dieses nicht weich oder verfault ist. Hat man Schilf gefunden, sucht man sich möglichst gerade Röhrchen aus und schneidet diese mit dem Messer unten ab. Beim Abschneiden und Transport sollte man darauf achten, das Schilf nicht zu zerdrücken und die Röhrchen nicht zu brechen.

Pfeile aus Schilfrohr bauen

Zuerst entfernt man vom Schilfrohr alle losen, welken Blätter, sodass nur noch das innere Röhrchen des Schilfs übrig bleibt. Nun schneidet man sich ein möglichst gerades Stück von etwa 60 bis 80 cm ab. Hier sollte man das Schilf so schneiden, dass sich sowohl am oberen, als auch am unteren Ende, ein stabiler Ring befindet.

Nun schneidet man auf die dickere Seite noch eine kleine Kerbe. Auf die dünnere Seite steckt man ein Stück eines Flaschenkorkens, welchen man am besten vorgebohrt hat – aus einem Korken bekommt man 2 bis 3 Ringe für einen Pfeil. Durch die beschwerte Pfeilspitze behält der Pfeil seine Richtung und wird nicht vom Wind verweht. Die Pfeile kann man entweder komplett durchstecken oder die Spitze stumpf lassen, indem man den Korken nur etwa zur Hälfte vorbohrt und auf den Pfeil steckt.

  

Alternativ kann man auch ein kleines Stückchen eines frischen Holunderastes verwenden. Diese sind in der Mitte weich und lassen sich deshalb einfach auf die Pfeile stecken. Als Kind habe ich die Pfeile in der Regel damit beschwert. Jedoch wird davon mittlerweile abgeraten, da die Rinde des Holunders leicht giftig ist.

Fertig ist der Pfeil.

Pfeil und Bogen schießen

2 fertige Bogen und 3 fertige Pfeile mit Korkspitzen
Fertige Bogen und Pfeile

Bevor Ihr nun den Bogen ausprobiert, sucht euch eine große freie Fläche, auf der Ihr sicher sein könnt, dass ihr weder Mensch oder Tier gefährdet noch irgendwelche Gegenstände beschädigt. Kinder würde ich erst ab ca. 8 Jahren und nur unter Aufsicht mit solch einem Bogen schießen lassen.

Seit ihr euch sicher, dass all dies berücksichtig wird: Bogen mit der linken Hand in der Mitte festhalten, Pfeil anlegen, zurückziehen und den Pfeil durch die Luft sausen lassen.

Am Anfang macht es aus meiner Sicht am meisten Spaß den Bogen einfach so weit wie möglich auf einer freien Fläche zu schießen. 20 bis Meter sollten mit solch einem Bogen locker machbar sein.

Hat man sich mit dem Boden vertraut gemacht, kann man natürlich auch eine Zielscheibe oder Konservendosen aufstellen. Bei etwas Übung und mit sehr geraden Pfeilen trifft man eine Konserve auch aus 10 Metern.

Haltbarkeit und Aufbewahrung

Bogen aus Haselnuss sowie Pfeile aus Schilfrohr sind leider nicht ewig haltbar.

Der Bogen funktioniert am besten, wenn er möglichst frisch vom Strauch geschnitten wurde. Nach einigen Wochen bzw. Monaten trocknet er aus und bricht. Durch kühle, dunkle Lagerung, kann man die Lebenszeit etwas verlängern. Außerdem trocknen die Bogen deutlich schneller aus, wenn diese geschnitzt sind. Ich würde also empfehlen, die Rinde möglichst komplett am Bogen zu belassen und den Bogen nicht weiter zu behandeln.

Die Pfeile hingegen, brechen sehr schnell und man muss darauf achten, diese nicht zu zertreten. Bei ausgiebigem Gebrauch kann auch einmal eine Spitze brechen oder der Pfeil spaltet sich bei zu festem spannen über die Sehne. Deshalb sollte man am besten gleich mehrere Pfeile vorbereiten. Außerdem müssen diese trocken gelagert werden, da sie ansonsten faulen können.

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